Warum Unternehmen in Zukunft nur überleben, wenn ihre Prozesse flexibel bleiben
Was Darwin mit IT-Architekturen zu tun hat – und warum starre Systeme zur größten Gefahr werden.
In den letzten Jahren hat sich die Geschäftswelt radikal verändert. Globalisierung, digitale Transformation, Automatisierung, KI, neue Kundenerwartungen – all das führt dazu, dass Unternehmen schneller denn je auf Veränderungen reagieren müssen.
Doch während Geschäftsmodelle immer dynamischer werden, bleiben die zugrunde liegenden IT-Systeme oft erschreckend statisch.
Genau hier entsteht eine gefährliche Diskrepanz:
Unternehmen müssen agiler werden – doch ihre IT macht nicht mit.
Kaum ein Zitat beschreibt dieses Dilemma so eindrücklich wie das des Naturforschers Charles Darwin:
„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt. Auch nicht die intelligenteste.
Es ist jene, die sich am besten an Veränderungen anpassen kann.“
Dieser Satz gilt heute für Unternehmen im selben Maß wie für Lebewesen.
Warum Flexibilität kein Bonus ist, sondern ein Überlebensfaktor
In einer Welt ständigen Wandels ist die Fähigkeit zur Anpassung der wichtigste strategische Vorteil.
Wer flexibel ist, reagiert schneller. Wer schneller reagiert, überholt die Konkurrenz.
Doch viele Unternehmen stoßen beim Versuch, sich anzupassen, immer wieder an dieselben Hindernisse.
Typische Symptome fehlender Prozessflexibilität
Änderungen an Prozessen dauern Wochen oder Monate
IT-Abteilungen arbeiten am Limit und priorisieren nach Risiken statt nach Innovation
Fachbereiche entwickeln Schattenprozesse über Excel, E-Mail, SharePoint oder PDFs
Abhängigkeiten zwischen Systemen machen jede Änderung gefährlich
Monolithische Architekturen verhindern schnelle Anpassungen
In dieser Situation kann selbst eine kleine Veränderung – eine neue Compliance-Regel, ein neuer Service oder ein zusätzlicher Prozessschritt – enorme Auswirkungen haben und ganze Projekte blockieren.
Warum klassische Software-Architekturen hier an Grenzen stoßen
Viele Systeme wurden in einer Zeit entwickelt, in der Prozesse relativ stabil waren. Die Grundannahmen lauteten:
Prozesse ändern sich selten
Systeme laufen über Jahre stabil
Geschäftslogik wird fest implementiert
Integrationen sind statisch
Diese Denkweise ist heute nicht mehr tragfähig.
Die moderne Realität sieht anders aus:
Prozesse ändern sich ständig
Kundenerwartungen steigen
Lieferketten verändern sich
Märkte drehen sich schneller
Geschäftsmodelle werden iterativ angepasst
Flexibilität wird damit zum strukturellen Muss – nicht nur zu einem technischen Detail.
Die Antwort: Prozessgesteuerte Anwendungen
Um flexibel zu bleiben, benötigen Unternehmen Architekturen, die Veränderung nicht nur erlauben, sondern aktiv unterstützen.
Genau hier setzen prozessgesteuerte Anwendungen an.
Was macht sie so wirkungsvoll?
Der Prozess steht im Zentrum, nicht das System
Fachlogik und technische Logik sind getrennt – Änderungen werden weniger riskant
Prozesse werden modelliert statt hart codiert
BPMN ermöglicht transparente Abläufe für Fachbereiche und IT
Integration wird systematisch behandelt – auch in heterogenen Systemlandschaften
Die Anwendungen sind leichtgewichtig, webbasiert und kollaborativ
Kurz gesagt:
Prozessgesteuerte Anwendungen geben Unternehmen ihre Beweglichkeit zurück.
Warum das entscheidend ist
Die Konkurrenz schläft nicht.
Ein innovativer Prozess ist ein Wettbewerbsvorteil – aber nicht für immer.
Sobald ein Unternehmen ihn etabliert, werden andere ihn kopieren. Dann beginnt der nächste Optimierungszyklus.
Flexibilität entscheidet, wer mithalten kann.
Ein Unternehmen, das seine Prozesse laufend optimieren kann, bleibt im Spiel.
Ein Unternehmen, dessen Systeme Veränderungen verhindern, verliert das Spiel.
Fazit
Flexibilität ist der zentrale Erfolgsfaktor moderner Unternehmen.
Doch Flexibilität entsteht nicht von selbst – sie muss architekturell ermöglicht werden.
Prozessgesteuerte Anwendungen sind ein Weg, diese Fähigkeit systematisch und nachhaltig zu verankern.
Quelle / Ursprung
Dieser Blogbeitrag basiert auf Inhalten aus dem Buch:
„Prozessgesteuerte Anwendungen entwickeln und ausführen mit BPMN:
Wie flexible Anwendungsarchitekturen wirklich erreicht werden können“
von Prof. Dr. Volker Stiehl

